Es ist wie mit dem Hasen und dem Igel. Überall
wo man hinkommt, hört man die Worte: "Ich war schon
da". So geht es einem auf Lanzarote, wobei der Igel, und
das ist nicht despektierlich gemeint, César Manrique ist.
César Manrique und Lanzarote sind bis heute untrennbar
miteinander verbunden. Der im Jahre 1992 bei einem Autounfall
ums Leben gekommene Künstler hat sich wie kein anderer um
seine Heimatinsel verdient gemacht.
Manrique wurde 1919 in Arrecife geboren und
verbrachte dort seine Schul- und Jugendzeit. Mit 23 Jahren begann
er das erste Mal Bilder auszustellen, nach einem abgebrochenen
Architekturstudium zieht es ihn 1945 nach Madrid, wo er die abstrakte
Malerei für sich entdeckt und sein Studium beendet. In den
60er Jahren stellt er in Paris und San Francisco aus, und arbeitet
mit vielen internationalen Künstlern wie u.a. Andy Warhol
zusammen. 1968 kehrt er nach Lanzarote zurück.
Auf Lanzarote setzt sich Manrique für
den Umweltschutz ein. Er ist der Meinung, daß der aufkommende
Tourismus und die Erhaltung der Einzigartigkeit der ökologischen
Grundsätze der Insel Lanzarote keinesfalls unvereinbar seien.
Er ist beteiligt an den Bebauungsplänen größerer
Hotelanlagen, die nach seinem Geschmack passend in die Landschaft
eingefügt werden müssen. Er unterstützt einen Baustopp
für bestimmte Landstriche der Insel, und es ist ihm zu verdanken,
daß es bis heute auf Lanzarote keine hochgeschossigen Hotelanlagen
gibt.
Neben seinen umweltschützenden Aktivitäten
arbeitet er an diversen Kunstwerken, die man auf der Insel überall
besichtigen kann. Einige seiner bis heute zu besichtigenden Kunstwerke
sind
Jameos del Agua, eine meditative Grotte
mit Höhlensee und Konzertsaal
Monumento al Campesino, ein Fruchtbarkeitssymbol für die lanzarotenischen Bauern, sowie die benachbarte umgebaute
Finca mit Museum und Restaurant, etwa 2 km außerhalb von
San Bartolomé
Mirador del Rio ein spektakulärer Aussichtspunkt im Norden der Insel am Steilhang des Famara Gebirges
Umbau und Restaurierung der alten Festung Castillo de San José im Hafen von Arrecife
Mitarbeit an der Konstruktion von Hotel- und Appartementanlagen in Costa Teguise, die der umgebenden Landschaft angepaßt werden
Jardin de Cactus in Guatiza
Errichtung seines Wohnhauses in Taro de Tahiche mitten in einem Lavafeld in Tahiche, wo ein Teil der Räume inf ünfunterirdischen vulkanischen Luftblasen eingerichtet werden. 1992 gibt er das Haus für die Öffentlichkeit als Museum frei.
Seine Windspiele, die man vor der Fundación Manrique und am Abzweiger der Hauptstraße nach Costa Teguise, bei Arrieta und am Abzweiger nach Montana Blanca zwischen Tias und San Bartolomé findet.
Manriques Einsatz, die Umwelt Lanzarotes
in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten, und das im Einklang
mit dem touristischen Ansturm, wirkt bis heute fast 10 Jahre nach
seinem Tode. Allerdings machen sich auch immer wieder Bestrebungen
einiger besonders geschäftstüchtiger Leute breit, die
sich über die einmal getroffenen Abmachungen zwischen Manrique,
seiner Freunde und der Inselregierung hinwegsetzen wollen. Man
kann nur hoffen, daß diese Leute keinen Erfolg haben, denn dann
würde die Insel viel von ihrer Natürlichkeit einbüßen.